Infopool · Einkommensteuer

Einkommensteuer: Was Sie wirklich wissen müssen

Die Einkommensteuer betrifft fast jeden, ob Angestellter mit Nebeneinkünften, Vermieter oder Rentner mit Zusatzverdienst. Trotzdem wissen die wenigsten, wann sie überhaupt eine Erklärung abgeben müssen und wo sich das Finanzamt kulant zeigt.

Wir sortieren das für Sie, von der Frage, ob Sie überhaupt abgeben müssen, bis zur fertigen Erklärung beim Finanzamt.

Steuerberater Oldenburg: Einkommensteuer

Aktuelle Fristen 2026

Steuererklärung 2025 ohne Berater31. Juli 2026
Steuererklärung 2025 mit Berater30. April 2026
Freiwillige Abgabe (rückwirkend)4 Jahre möglich

Tipp: Wer die Frist verpasst, zahlt mindestens 25 € Verspätungszuschlag, pro angefangenem Monat.

Muss ich überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

Nicht jeder ist verpflichtet. Aber viele, die nicht müssen, verschenken Geld. Bei der Einkommensteuererklärung in Oldenburg sehen wir das regelmäßig, deshalb hier ein kurzer Überblick:

Sie müssen abgeben, wenn…

  • Sie und Ihr Partner Steuerklasse III/V oder IV mit Faktor haben
  • Sie Lohnersatzleistungen über 410 € erhalten haben (Elterngeld, Krankengeld, Kurzarbeitergeld)
  • Sie Nebeneinkünfte über 410 € hatten (Vermietung, Honorare, Gewinne)
  • Sie einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen haben
  • Sie von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Lohn bezogen haben

Sie sollten freiwillig abgeben, wenn…

  • Sie hohe Werbungskosten haben (Fahrtkosten, Arbeitszimmer, Fortbildungen)
  • Sie Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen bezahlt haben
  • Sie außergewöhnliche Belastungen hatten (Krankheitskosten, Pflege, Scheidung)
  • Sie nicht das ganze Jahr gearbeitet haben
  • Sie geheiratet haben oder Kinder bekommen haben

→ In 9 von 10 Fällen gibt es Geld zurück

Die 7 Einkunftsarten: und was das für Sie bedeutet

Das Finanzamt unterscheidet sieben Einkunftsarten. Je nachdem, woher Ihr Geld kommt, gelten unterschiedliche Regeln für Abzüge und Freibeträge.

  • Nichtselbstständige Arbeit Gehalt, Lohn, Boni. Werbungskostenpauschale: 1.230 €
  • Selbstständige Arbeit Freiberufler wie Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Künstler
  • Gewerbebetrieb Handwerker, Händler, Gastronomen, zusätzlich Gewerbesteuer
  • Vermietung & Verpachtung Mieteinnahmen. AfA und Werbungskosten absetzbar
  • Kapitalvermögen Zinsen, Dividenden. Meist durch Abgeltungsteuer erledigt
  • Renten & Pensionen Steuerpflichtiger Anteil steigt jährlich (2025: 83,5 %)
  • Land- & Forstwirtschaft Landwirte, Winzer. Besondere Gewinnermittlung möglich

Wichtige Steuerfreibeträge für 2025

Grundfreibetrag (ledig)12.096 €
Grundfreibetrag (verheiratet)24.192 €
Werbungskostenpauschale1.230 €
Sparerpauschbetrag1.000 €
Kinderfreibetrag (pro Kind)6.612 €
Entfernungspauschale (km)0,30 € / 0,38 €
Homeoffice-Pauschale (max.)1.260 €
Spitzensteuersatz ab68.430 €

Stand: 2025. Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 € für die ersten 20 km, danach 0,38 € pro Kilometer. Quelle: Bundesfinanzministerium

Ein Beispiel: Angestellter mit Homeoffice und Fortbildung

Wie viel Steuererstattung möglich ist, zeigt dieses Beispiel. Wir rechnen mit einem Angestellten mit 55.000 € Bruttojahresgehalt:

Ausgangslage:

Bruttogehalt:55.000 €
Homeoffice-Pauschale (210 Tage):1.260 €
Fortbildungskosten:800 €
Fachliteratur + Arbeitsmittel:420 €
Werbungskosten gesamt:2.480 €

Berechnung:

Steuerklasse I (ledig)

Werbungskosten über Pauschbetrag:

2.480 € − 1.230 € =1.250 €

Bei Grenzsteuersatz 35 %:

Erstattung: ca. 438 €

Hinzu kommen mögliche Erstattungen aus Sonderausgaben und gezahlter Lohnsteuer.

6 Steuertipps, die sich oft auszahlen

Diese Möglichkeiten werden häufig übersehen. Dabei können sie Ihre Steuerlast deutlich senken:

Homeoffice-Pauschale nutzenBis zu 1.260 € jährlich sind absetzbar. Das sind 6 € pro Tag bei maximal 210 Tagen. Ein separates Arbeitszimmer ist dafür nicht erforderlich.
Handwerkerleistungen absetzen20 % der Arbeitskosten sind absetzbar, maximal 1.200 €. Der Betrag wird direkt von der Steuerschuld abgezogen.
Haushaltsnahe DienstleistungenReinigung, Gartenpflege, Betreuung. 20 % der Kosten sind absetzbar. Das ergibt bis zu 4.000 € Steuerermäßigung pro Jahr.
Krankheitskosten geltend machenZuzahlungen, Brille, Zahnersatz, was über der zumutbaren Belastung liegt, ist absetzbar. Die Grenze berechnen wir individuell.
Spenden und MitgliedsbeiträgeSpenden an gemeinnützige Organisationen mindern die Steuerlast. Bis zu 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte sind absetzbar.
Rückwirkend abgebenFreiwillige Steuererklärungen können 4 Jahre rückwirkend eingereicht werden. Oft winken dabei noch Erstattungen aus vergangenen Jahren.

Wichtig: Fristen beachten

Bei Pflichtveranlagung drohen Verspätungszuschläge, mindestens 25 € pro Monat. Mit Steuerberater verlängert sich die Frist automatisch bis zum 30. April des übernächsten Jahres. Bei freiwilliger Abgabe haben Sie hingegen 4 Jahre Zeit.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema Einkommensteuer.

Ja, wenn Sie nicht zur Abgabe verpflichtet waren. Sie können freiwillig bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben. Das bedeutet: Bis Ende 2025 können Sie noch die Erklärungen für 2024, 2023, 2022 und 2021 einreichen. Danach ist das Geld weg.

Im Kern: Ihre Lohnsteuerbescheinigung, Nachweise über Versicherungen, Spendenquittungen, Handwerkerrechnungen und alles, was mit Ihrem Beruf zusammenhängt (Fahrtkosten, Fortbildungen, Arbeitsmittel). Vieles liegt dem Finanzamt bereits elektronisch vor, wir sagen Ihnen, was wir noch brauchen.

Das liegt am Finanzamt, nicht an uns. In Oldenburg dauert es aktuell zwischen 4 und 12 Wochen. Komplexere Fälle oder Erklärungen mit Rückfragen können länger dauern. Wir reichen ein, sobald wir alles haben.

Um zu erkennen, ob ein Steuerberater gut ist, sollten Sie auf folgende Kriterien achten:

  • Fachliche Qualifikation und Erfahrung: Der Steuerberater sollte über eine fundierte Ausbildung, Zulassung und regelmäßige Fortbildungen verfügen. Branchenkenntnisse und Spezialisierungen können ein großer Vorteil sein
  • Vertrauen und persönliche Chemie: Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist essenziell, da der Steuerberater tiefen Einblick in Ihre Finanzen erhält. Das Bauchgefühl nach einem Erstgespräch spielt ebenfalls eine Rolle
  • Kommunikation und Erreichbarkeit: Ein guter Steuerberater erklärt komplexe Sachverhalte verständlich, informiert proaktiv über steuerliche Änderungen und ist gut erreichbar
  • Bewertungen und Empfehlungen: Recherchieren Sie nach Kundenbewertungen oder fragen Sie Bekannte nach Empfehlungen. Online-Portale können ebenfalls hilfreich sein
  • Transparente Kostenstruktur: Achten Sie darauf, dass die Kosten klar kommuniziert werden und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt
  • Digitalisierung: Moderne Arbeitsweisen wie digitale Tools und Cloud-Lösungen erleichtern die Zusammenarbeit und sparen Zeit

Ein guter Steuerberater kombiniert Fachkompetenz mit einer individuellen Beratung, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

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